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Mit einer Keimprobe altes Saatgut testen

Bei altem Saatgut empfiehlt sich eine Keimprobe

Ob altes Saatgut noch genutzt werden kann verrät die Keimprobe

Der Winter neigt sich dem Ende und langsam aber sicher kündigen die ersten Sonnenstrahlen den bevorstehenden Frühling an. Aber nicht nur die Natur erwacht. Auch der innere Gärtner spührt, dass die Zeit gekommen ist, um auf der Fensterbank die ersten Pflanzen aufzuziehen.

Der erste Griff geht dann in die kleine Blechdose mit den angebrochenen Saatguttütchen und es werden fast vergessene Schätze zu Tage befördert. Spätestens jetzt gibt es kein halten mehr. 🙂

Aber Moment! Die Jahresangabe neben dem „Zu verwenden bis… “ Schriftzug ist schon zwei Jahre her. Ist dieses Saatgut überhaupt noch keimfähig? Besonders auf dem Balkon wäre es sehr schade, wenn die ganze Mühe und Arbeit umsonst wäre, weil die Saat nicht aufgeht. Noch dazu da jeder Quadratzentimeter Anbaufläche kostbar ist.

Sicherheitshalber könntest du jetzt das alte Saatgut wegwerfen und neues kaufen, damit an jeder Pflanzstelle auch mindestens eine Pflanze wächst.

STOP!! Hochwertiges Saatgut bitte niemals achtlos wegwerfen!

Um die Keimfähigkeit zu beurteilen, kannst du einfach ein Keimprobe machen. Dafür benötigst du folgende Materialien:

  • Altes Saatgut
  • Ein Schälchen
  • Küchen-, Toilettenpapier oder Papiertaschentuch
  • Klarsichtfolie
  • Wasser

    Zubehör für eine Keimprobe

    Für eine Keimprobe benötigt man Küchenpapier, Schälchen und Klarsichtfolie.

Durchführung einer Keimprobe

  1. Keimprobe in einem Schälchen

    Für eine Keimprobe muss das Saatgut auf feuchtes Küchenpapier gelegt werden.

    In eine flache Schale legst du zwei Lagen aus befeuchtetem Küchenpapier. Ich nehme dazu zum Beispiel Deckel von Konservengläsern. Das Papier halte ich kurz unter den Wasserhan und lasse es danach abtrofpen.

  2. Auf das feuchte Papier werden nun 10-20 Samen des betreffenden Saatguts verteilt. Es können auch gerne mehr Samen sein, wenn danach noch genügend für die Aussaat übrig bleiben.
    Sollten von einem überalterten Saatgut nur noch 10 Samen oder weniger übrig sein, lohnt sich eine Keimprobe nicht. Hier verteile ich die vorhandenen Samen auf zwei Pflanzstellen und warte einfach ab was passiert. (Parallel sollte aber die gleiche Sorte auch mit neuen Samen angepflanzt werden.)
  1. Keimprobe mit Folie abdecken

    Folie sorgt für eine förderliche Atmosphäre für die Keimprobe.

    Das Schälchen mit dem Saatgut wird nun mit Klarsichtfolie abgedeckt.

  1. Ergebnis der Keimprobe

    Resultat der Keimprobe. Links: hohe Keimrate, rechts: geringe Keimrate

    Je nachdem, ob es sich bei dem Saatgut um Licht- oder Dunkelkeimer handelt, wird das Schälchen mit der Keimprobe an einen passenden Ort gestellt (Lichtkeimer: Fensterbrett, Dunkelkeimer: im Küchenschrank)

  2. Abhängig vom Saatgut heißt es nun abwarten und feucht halten. Das Papier darf nicht austrocknen. Nach zwei Wochen, aller spätestens nach dreien sollten zumindest einige Samen gekeimt sein.

6. Aus der Anzahl von gekeimten und ungekeimten Samen der Keimprobe lässt sich nun die Keimfähigkeit oder Keimrate des alten Saatgutes bestimmen:
Berechnung der Keimfähigkeit

Entsprechend der Keimrate sollte folgende Anzahl an Samen pro Loch in die Erde gesteckt werden. Auf diese Weise sollte mindestens ein Keimling wachsen:

Keimrate
nach Formel
Anzahl der Samen
pro Pflanzstelle
75 – 100 2
50 – 74 3
25 – 49 4
0 – 24 5 – 8*

* Bei einer solchen geringen Keimrate, kann kaum damit gerechnet werden, dass starke Pflanzen entstehen 🙁

Jetzt weißt du, wie du mit einer Keimprobe herausbekommst, ob dein altes Saatgut noch geeignet ist. Viel Spaß beim Gemüseanbau und eine reiche Ernte!!

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