Buchvorstellung

Buchvorstellung „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“

Bio-Gärtnern am Fensterbrett

„Bio-Gärtnern am Fensterbrett“ von Birgit Lahner

Weniger Platz als auf dem Balkon findet sich für den eigenen Garten nur noch auf dem Fensterbrett. Birgit Lahner nimmt sich dieser Herausforderung an und beschreibt in ihrem neuerschienenen Buch „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“ auf 206 Seiten ausführlich, welche Pflanzen sich eignen und wie die passenden Bedingungen geschaffen werden.

Mit erfreulicher Konsequenz konzentriert sich das Buch auf relevante Inhalte. So werden im ersten Abschnitt  Grundlagen zur geeigneten Pflanzenwahl, Pflanzgefäßen, Erde und Aussaat beschrieben.

Als Alternative zu Kunststoff- und Tongefäßen wird erläutert, dass auch Pflanzgefäße aus mit Leinöl behandeltem Holz verwendet werden können und durch welchen Substrataufbau eine optimale Wasserversorgung der Kräuter- und Gemüsepflanzen ermöglicht wird.

Praktische Erfahrung und ökologische Orientierung

An vielen Stellen werden dabei die praktischen Erfahrungen der Autorin deutlich. Beispielsweise rät sie davon ab, organischen Flüssigdünger in Kunststoffbalkonkästen mit einem Bodenreservoir (für Wasser) zu verwenden. Bei warmen Temperaturen kann es zur Gärung des gedüngten Gießwassers kommen, was mit entsprechenden Gerüchen verbunden ist. Das angeführte Beispiel, dass die Mehrheit der organischer Hornspäne aus China und Südamerika kommen, macht deutlich, weshalb biologisch orientierte Gärtner auf regionale Produkte in Bioqualität zurückgreifen sollten. Daher haben mir auch die Anleitungen sehr gut gefallen, in denen beschrieben wird, wie Dünger aus Eierschalen, Wildkräutern oder Küchenabfällen ohne großen Aufwand selbst hergestellt werden kann.

„Bio-Gärtnern am Fensterbrett“ bietet viele hilfreiche Tipps und bebilderte Anleitungen.

Durch die empfohlene wöchentliche Pflege der Pflanzen ermutigt das Buch seine Leser an der Entwicklung ihres Gartens teilzunehmen und durch diese Regelmäßigkeit ein Gespür für Zustand und Bedürfnisse der Sprösslinge zu entwickeln. Häufig werden Methoden aus der biologischen Landwirtschaft in angepasster Form für den Blumentopf beschrieben. Beispielsweise werden verschiedene Möglichkeiten des Mulchens vorgestellt, wodurch das Erdsubstrat locker bleibt und Schädlinge ferngehalten werden.

Damit die Gartenfreude ein durchgehendes Vergnügen ist, werden in Bio-Gärtnern am Fensterbrett verschiedene Beispiele für geeignete Fruchtfolgen vorgeschlagen. Dabei handelt es sich um eine Auswahl an Pflanzen, welche in der richtigen Reihenfolge nacheinander im selben Topf bepflanzt werden können, ohne die Erde wechseln zu müssen.

Mischkultur und Fruchtfolge

Auch die aufgeführten Mischkulturen (Pflanzen, die gleichzeitig im selben Topf wachsen können) haben mir sehr zugesagt. So sorgt die Mischung von Monatserdbeerpflanzen, Kornblumen und wilden Stiefmütterchen für gleichzeitig dekorative essbare Blüten und leckere Erdbeeren.

Weitere hilfreiche Tipps zur natürlichen Pflanzenpflege gibt es zur Abwehr von Schädlingen wie Schmetterlingsraupen, Spinnenmilben oder Trauermücken. Als Mittel gegen Blattläuse nennt die Autorin zum Beispiel das Aufsprühen einer Lösung aus Schmierseife, die später wieder abgewaschen wird.

Ansprechende Fotos und umfangreiche Pflanzenportraits machen Lust auf den eigenen Garten.

Wie die Erntezeit auf einen möglichst langen Zeitraum ausgeweitet werden kann, wird im Kapitel „Der Fenstergarten im Winter“ beschrieben. So können zum Beispiel Mangold und Pflücksalat noch bis in den Dezember geerntet werden. Damit mehrjährige Pflanzen die kalte Jahreszeit gesund überstehen wird auch erklärt, welche Vorkehrungen zur Überwinterung schon frühzeitig getroffen werden sollten.

Abgerundet wird das Buch durch fast 70 Pflanzenportraits, wobei für jede Gegebenheit (Sonne, Schatten, feucht, trocken) geeignete Pflanzen vertreten sind. Einmal mehr werden in „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“ an dieser Stelle inhaltlich neue Pfade beschritten: Exoten wie Meerfenchel, Vietnamesischer Koriander, Jamaika-Thymian, Erdmandeln, Herzblattsalat oder das Rankgewächs Basellkartoffel sind einfach im Anbau und bieten optische und schmackhafte Überraschungen

Fazit

Mit Bio-Gärtnern am Fensterbrett hat Birgit Lahner ein sehr gelungenes erstes Buch veröffentlicht, in welchem sie ganzheitlich zum Kräuter- und Gemüseanbau auf kleinstem Raum anleitet. Die vorgestellten Werkzeuge und Methoden konzentrieren sich auf die für den Stadtgärtner sinnvollen Inhalte und sind sehr hilfreich, denn es wird konsequent auf chemische und nicht-naturnahe „Mittelchen“ verzichtet. Durch Bepflanzungsbeispiele einzelner Blumenkästen können sich auch unerfahrene Leser sicher sein, eine geeignete Pflanzenwahl zu treffen und gleich loslegen. Ich empfehle dieses Buch daher jeder und jedem, der sich bewusst und nachhaltig mit Pflanzenanbau und -pflege auf Fensterbrett oder Balkon befassen möchte und Anregungen abseits vom Standard sucht.

Hinweis: Diese Buchvorstellung ist auf Anfrage des Studienverlags enstanden. Die Rezension  gibt meine persönliche Meinung zu diesem Buch wieder. Bei den Links zu dem vorgestellten Buch handelt es sich um Affiliate Links.

 

 

Buchvorstellung „Bio-Gärtnern am Fensterbrett“
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