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Die richtige Erde für Gemüse vom Balkon

Welche Erde ist die richtige?

Anzuchterde

Aussaaterde muss locker und frei von groben Bestandteilen sein

Für den Gemüseanbau auf dem Balkon sind zwei verschiedene Arten von Erde wichtig

  • Aussaat- oder Anzuchterde/ Kräutererde
  • Gemüseerde

Aussaaterde wird, wie der Name schon sagt, für das Aufziehen von selbstgesäten Keimlingen benötigt. Aus diesem Grund ist sie weniger stark mit Nährstoffen versetzt, da diese der Pflanze in diesem frühen Stadium eher schaden.

Damit der Keimling starke Wurzeln ausbildet, ist es umso wichtiger, dass die Aussaaterde feinkörnig und locker ist. So bleibt sie auch gleichmäßig feucht und alle Samen haben optimale Bedingungen.

Sind die Keimlinge groß genug bzw. die Außentemperatur warm genug, werden die Gemüsepflänzchen in die eigentliche Gemüseerde umgesetzt. Diese hat einen höheren Nährstoffgehalt und ist etwas gröber, damit die Pflanzen Halt finden. Die meisten Gemüsesorten benötigen einen neutralen Boden, was einem pH-Wert von 6 bis 7 entspricht. Die Erde, in welcher die Pflanzen dann auch ihre Früchte ausbilden sollen, muss nach einer gewissen Zeit auch regelmäßig gedüngt werden.

Erde für den Gemüseanbau kaufen

Typischerweise wird Anzucht- und Gemüseerde im Bau- oder Gartenmarkt verkauft. Inzwischen bieten aber auch mehrere Internethändler Erde an, was für Gärtner ohne Auto oder mit Rückenproblemen eine super Hilfe ist. Dabei solltest du aus zwei Gründen darauf achten keine Erde mit Torf zu kaufen:

  1. Der Abbau von Hochmoortorf (pdf) vernichtet unwiederruflich den Lebensraum von vielen Vögeln und Pflanzen, die nur in dieser seltenen Lanschaftsform zu Hause sind. Darüber hinaus ist die Zertörung jahrtausende alter Moore auch für die lokale Klimaentwicklung ein Problem.
  2. Neben diesen Umweltaspekten musst du auch wissen, dass Torf im Grunde kein idealer Zusatzstoff für Gemüseerde ist. Das liegt daran, dass Torf sehr nährstoffarm ist und außerdem den Boden sauer macht (pH-Wert Torf: 3,4-3,7). Pflanzen und besonders Gemüse in Kübeln und Kästen brauchen aber viel Nährstoff in der Erde und bevorzugen einen neutralen Boden (siehe oben).

Es gibt inzwischen eine Vielzahl torffreier Erden zu kaufen, eine Übersicht bietet folgende Liste vom BUND.
Hier ein exemplarisches Angebot torffreier Erde von einem Internet Shop (Aussaaterde, Gemüseerde). Da sparst du dir auch das Schleppen ;-).

Anzuchterde kostengünstig selber herstellen

Maulwurfshügel

Erde von einem Maulwurfshügel mit Sand vermischt, eignet sich als Anzuchterde

Wenn du Geld sparen möchtest, kannst du dir torffreie Anzuchterde auch selber mischen. Dafür benötigst du lediglich einen Maulwurfshügel und Sand.

Wichtig! Schwangere Frauen sollten aber unbedingt darauf verzichten, da in der Erde möglicherweise Krankheitserreger enthalten sind, die beim ungeborenen Kind massive Fehlentwicklungen bewirken können (siehe Toxoplasmose in der Schwangerschaft). Für alle anderen ist dieses Risiko nicht gegeben, da ein vollständig ausgebildetes Imunsystem (was auch bei Kindern vorhanden ist) diese Erreger problemlos abwehren kann.

Um nun die Anzuchterde selber herzustellen, nimm die Erde von einem Maulwurfshügel (Wiese, Stadtpark, Garten) und mische sie gründlich mit der gleichen Menge Sand. Maulwürfe fördern mit den Hügeln gut durchmischte Erde nach oben, welche alle für Pflanzen wichtigen Nährstoffe enthält.  Es empfielt sich, die Erde vorher mit einem Küchensieb zu sieben, damit keine großen Bestandteile (z.B. Steine) enthalten sind.

Der Sand macht die Anzuchterde schön locker und verringert den Nährstoffgehalt, so bilden sich bei deinen Keimlingen kräftige Wurzeln. Damit du bei der Aufzucht deiner Planzen keine böse Überraschung erlebst, muss die Erde-Sand-Mischung nun für 30 min. bei 180 Grad in den Backofen. Am besten bestreust du mehrere Backbleche 2-3cm dick mit Erde. Durch das Erhitzen der Erde werden Samen von Wiesenkräutern, Schädlinge und Krankheitserreger abgetötet. Fertig! 🙂

Natürlich eignet sich diese Erde auch als spätere Gemüseerde. Es muss dann aber entsprechend nachgedüngt werden.

Die richtige Lagerung der Erde

Egal, ob du die Erde nun gekauft oder selber angemischt hast, ist es wichtig, dass du sie gut verschlossen und sauber lagerst. Sonst kann es dir passieren, dass sich Schädlinge einnisten, welche später dein Gemüse befallen. Aus diesem Grund solltest du auch keine Erde im Baumarkt kaufen, deren Verpackung bereits alt und gammelig aussieht. Erdreste aus dem Vorjahr daher bitte auch nur nutzen, wenn du dir sicher bist, dass keine Tierchen eingezogen sind.

Ich hoffe, dieser Artikel hat dir geholfen. Wenn du noch Fragen hast, stelle sie bitte in einem Kommentar zu diesem Artikel. Natürlich freuen wir uns auch immer über Lob oder konstruktive Kritik 🙂

 

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